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Seit Ende letzten Jahres bietet Android den Splitscreen-Modus an. Nun, was ist das genau und braucht der User das wirklich? Eingangs muss erwähnt werden, dass diese Funktion nicht nur für Tablets, sondern auch auf dem Smartphone genutzt werden kann. Die Zeiten sind also vorbei, als das Verfassen einer E-Mail, das Erstellen eines Dokuments oder ein Online-Einkauf ausschließlich am heimischen Computer oder Laptop stattfand. Heutzutage passiert immer mehr unterwegs. Aus diesem Grund werden mittlerweile auch die Smartphone Bildschirme immer größer. Doch egal wie groß die Bildschirme ausfallen, manchmal ist es eben doch unbequem, wenn man beispielsweise für eine E-Mail Informationen aus einem anderen Dokument oder einer Internetseite benötigt – und das ist nur ein Einsatzgebiet. Da ist es logisch, dass neue Funktionen das Arbeiten erleichtern, weswegen der Splitscreen-Modus eingeführt wurde. Wir stellen einige Einsatzmöglichkeiten vor.

Wer kennt es nicht? Eine E-Mail muss schnell auf dem Handy verfasst werden als Antwort auf eine vorangegangene Nachricht. Statt dem lästigen Hin und Her, was mehr Zeit in Anspruch nimmt, können zwei Fenster nebeneinander geöffnet werden. Die erste App sollte in der Liste der zuletzt verwendeten Anwendungen stehen. Nachdem diese mit dem App-Switcher-Button aufgerufen wurde, befindet sich das Symbol für den Splitscreen-Modus im oberen Bereich. Wenn die zwei parallelen Rechtecke angeklickt wurden, wird die App automatisch nach oben gepinnt. Nun gibt es zwei Möglichkeiten, um die zweite App aufzurufen. Die Splitscreen-Funktion bietet über das Tool „Mehr Apps“ eine Auflistung aller Anwendungen. Darüber hinaus kann die zweite App auch über den Home-Button hinzugefügt werden.

Während die obere App in dieser Funktion stets angepinnt bleibt, kann die untere beliebig ausgetauscht werden. Doch es ist auch möglich beide Anwendungen zu vertauschen oder eine in einem kleineren Fenster über die andere zu legen. Hierzu muss der Strich in der Mitte der beiden Apps ausgewählt werden, der diese Funktionen dann offenbart. Außerdem ist es durch drehen einfach möglich beide Apps vertikal oder horizontal anzuordnen. Mit Ausnahme von wenigen Anwendungen, wie zum Beispiel Instagram, kann diese Funktion gut genutzt werden. Doch wann ist sie tatsächlich nützlich?

Lernen findet heutzutage nicht immer zu Hause statt; oft auch nicht unbedingt in Schulen oder Universitäten. Schüler und Studenten sitzen in der Bahn oder in öffentlichen Räumen wie Cafes und haben schwere Laptops oder Papierberge dabei. Im schlimmsten Falle sogar beides. Der Splitscreen kann hier Abhilfe schaffen. Die Augen sollten durch den kleinen Bildschirm natürlich nicht immer und für viele Stunden strapaziert werden, doch für eine kurze Dauer oder eine Wiederholung zwischendurch ist diese Funktion sehr geeignet. Lernmaterial wird immer öfter digital bereitgestellt und so ergibt es sich, dass das Material aufgerufen wird zusammen mit der Internet-App, die bei aufkommenden Fragen ohne lästiges Öffnen und Schließen Antworten bringt. Auch die Notiz-App kann bequem nebenher geöffnet werden, um wichtige Punkte herauszukopieren. So gelingt mobiles Lernen auch aus der Bahn.

Wer fleißig ist, darf auch Spaß haben. Für die Abwechslung kann der getrennte Bildschirm ebenfalls für Spiele verwendet werden. Und damit sind nicht nur einfaches Spiele wie Solitaire gemeint, sondern auch kompliziertere Vertreter wie Denk- und Strategiespiele. Ein Beispiel dafür ist zweifelsohne Blackjack, welches inzwischen immer mehr und mehr mobil von unterwegs statt in der Spielbank gespielt wird. Nicht viele werden damit vertraut sein, doch Liebhaber von Kartenspielen können sich ausprobieren und brauchen eventuell eine Anleitung. Besonders Anfänger sollten darauf achten, dass sie eine einfache Variante zu Beginn wählen. Auch hier wird der Spielfluss zerstört, wenn ständig ein Wechsel stattfindet zwischen Spiel und Anleitung. Wer sich etwas mehr in der Thematik auskennt, kann problemlos nebenher über Messenger wie Whatsapp seinen Freunden von den Ergebnissen berichten oder im Internet surfen. Ungeeignet ist die Funktion für Renn- und Action-Spiele, die im Full-screen ausgeführt werden müssen.

Eine andere beliebte Tätigkeit ist das Schauen von Filmen. Jeder sitzt mal vor Netflix und surft gleichzeitig mit dem Smartphone. Beides ist auch auf dem Handy oder Tablet mit dem Splitscreen möglich. Wenn zum Beispiel Darsteller oder Regisseure gegoogelt werden, ist dies kein Problem mehr und geschieht auf demselben Bildschirm. Darüber hinaus ist es besonders ärgerlich, dass Musik-Apps im Hintergrund weiterlaufen, während YouTube-Videos sich schließen beim Öffnen einer anderen Anwendung. Dies ist nun auch kein Problem mehr, wenn zwei Screens gleichzeitig laufen.

Ein anderes praktisches Einsatzgebiet ist die Einkaufsliste. Früher wurden Rezepte handschriftlich weitergegeben und dann von Büchern abgelöst. Nun findet sich im World Wide Web eine ganze Fülle an smarter Apps. Vor allem wenn zwei oder mehr Rezepte nachgekocht werden sollen, ist es lästig, mehrere Screenshots zu machen und diese dann rauszusuchen. Auch das Aufschreiben kostet unnötig viel Zeit. Durch den Splitscreen können diese parallel rausgesucht und in der integrierten App als Einkaufsliste übernommen werden.

Die letzte Funktion ist für die User interessant, die verschiedene Messenger installiert haben. Es gibt mittlerweile so viele, dass der eine lieber Viber nutzt, der andere auf Telegram setzt und der Rest WhatsApp. Kommt eine Gruppe in Skype hinzu, droht es zu eskalieren. Falls Chats in allen Apps stattfinden, gibt es natürlich keine Abhilfe. Doch falls sich die Auswahl auf zwei beschränkt, können beide problemlos gleichzeitig und auf einem Bildschirm laufen. Der Wechsel findet schneller statt und niemand ärgert sich über verspätete Nachrichten.

Sicher gibt es noch viel mehr Möglichkeiten, um den Splitscreen-Modus zu nutzen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Das was auf dem großen Bildschirm schon lange möglich war, ist nun auch im kleinen Format machbar und sollte Einzug in den Alltag halten.